Dünnstes Kondom der Welt: Was das Sagami 0.01 aus Japan kann

Das dünnste Kondom der Welt kommt aus Japan: das Sagami Original 0.01, Polyurethan statt Latex, fast ohne Geruch. Warum es so dünn sein kann und wem es passt.

Bunte Luftballons im Low-Poly-Stil vor hellem Himmel, hauchdünn und leicht: ein Bild für das Sagami 0.01, das dünnste Kondom der Welt.

Viele von euch verhüten mit der Pille, auch wenn sie in Deutschland ihren ersten Platz inzwischen ans Kondom verloren hat. In Japan, dem Land der Kirschblüten und der Ninjas, ist das längst so. Dort liegt das Kondom als smarte Kombi aus Verhütung und Schutz vor Infektionen mit großem Abstand vorn, über 70 Prozent verhüten damit. Die Pille nimmt dagegen kaum jemand, gerade mal 3 Prozent. Kein Wunder also, dass es eine Riesenauswahl an japanischen Kondomen gibt. Und eines davon, das Sagami Original 0.01, ist tatsächlich das dünnste Kondom der Welt. Wer es eilig hat, springt direkt zum Fazit.

Das Sagami 0.01 auf einen Blick

  • Name: Sagami Original 0.01
  • Hersteller: Sagami Rubber Industries, Japan, Kondome seit 1934
  • Typ: Kondom, latexfrei
  • Material: Polyurethan
  • Wandstärke: 0,018 mm (Hersteller-Angabe: 0,01)
  • Größe: 55 mm Breite, 170 mm Länge; als L-Version 58 mm und 190 mm
  • Preisklasse: Um die 5 Euro pro Stück, nur online
  • Verpackung: Einzeln verpackt, hochwertig

Polyurethan-Kondom aus Japan: Warum Sagami so dünn werden kann

Dass Sagami so dünn werden kann, liegt am Material. Die meisten Kondome in Deutschland (und auch einige Modelle aus Japan) sind aus Latex, also Naturkautschuk. Das Sagami Original besteht dagegen aus Polyurethan. Das klingt erst mal chemisch, hat aber zwei Vorteile: Es ist ideal bei Latexallergie und das Material lässt sich so dünn ausziehen wie kaum ein anderes. Genau das hat Sagami getan und sich damit den Titel „dünnstes Kondom der Welt“ geholt. Ganz ehrlich gesagt ist das eine Hersteller-Angabe aus eigener Messung; auf der Packung steht kleiner 0,018 Millimeter. Damit sind die 0,02 der Geschwister gar nicht mehr so weit weg.

Neu ist Sagami in dem Geschäft nicht. Das erste japanische Latex-Kondom kam 1934 aus der kleinen Fabrik der Gründerin Saku Matsukawa. Die Linie Sagami Original aus Polyurethan gibt es seit 1998, das 0.02 seit 2005, das 0.01 seit 2013.

Geruchlos, gefühlsecht, fast unsichtbar: Die Vorteile des Sagami

Das Sagami 0.01 ist extrem dünn und damit, so berichten es die Nutzer, deutlich gefühlsechter als normale Kondome, selbst als die, die sich gefühlsechte Kondome nennen. Zwei weitere Vorteile hängen am Material. Ohne Latex ist das Gummi quasi geruchlos, sodass ihr fast vergessen könntet, dass es überhaupt da ist. Und weil Polyurethan weniger elastisch ist als Latex, könnt ihr so ein Kondom gar nicht erst „zu groß“ oder „zu klein“ tragen, es passt oder es passt eben nicht. Wenn es passt, sitzt es wie angegossen und bleibt auch da, kein Rutschen, kein Einschnüren. Dieselbe Eigenschaft hat aber auch eine Kehrseite, denn ein Kondom, das nicht nachgibt, muss von vornherein richtig sitzen.

Dünnstes Kondom, kleinste Toleranz: Warum die Größe hier alles entscheidet

Auch das dünnste Kondom verdirbt euch den Spaß, wenn es zu eng sitzt oder reißt, und bei einem Material, das kaum nachgibt, passiert beides schneller als bei Latex. Beim normalen Sagami 0.01 ist das für viele Männer leider relativ wahrscheinlich, denn mit 170 Millimetern Länge passt es zwar den meisten, in der Breite entspricht es aber nur Größe 55. Wer dort mehr Platz braucht, greift zur L-Version mit 58 Millimetern Breite und 190 Millimetern Länge. Die gibt es inzwischen auch beim 0.01, nicht nur beim 0.02. Größe 55 entspricht übrigens etwa 11,5 Zentimetern Umfang, und die durchschnittliche Penisgröße liegt erigiert bei knapp 12 Zentimetern Umfang. Das normale Sagami sitzt also schon beim Durchschnitt knapp.

Ein Manko hat die Dünne außerdem und für manche ist es durchaus relevant. Im Vergleich zu dickeren Kondomen kann der Sex mit einem so dünnen Sagami zu intensiv werden und damit schneller vorbeigehen, als euch lieb ist.

Sagami Kondome Erfahrungen: Was Nutzer berichten

Selbst getestet habe ich das Sagami nicht, aber die Stimmen derer, die es haben, zeichnen ein klares Bild. In über hundert Bewertungen in Online-Shops loben die Käufer vor allem, dass es spürbar dünner ist als alles, was sie kannten, und dass die Wärme durchkommt. Dass es nach gar nichts riecht, taucht fast ebenso oft auf. Der Preis stört die wenigsten. Die Kritik dreht sich fast immer um die Enge. Es ist schwer abzurollen, und sobald es spannt, ist das Gefühl weg. Eine deutsche Japan-Bloggerin, die japanische und deutsche Kondome verglichen hat, bestätigt beides: kein Geruch, aber sehr schmal geschnitten, und in Wahrheit knapp 0,02 statt 0,01.

Mein Fazit zum dünnsten Kondom der Welt

Trotz enger Passform und stolzem Preis bleibt das Sagami 0.01 etwas Besonderes. Extra dünne Kondome aus Polyurethan sind generell einen Versuch wert. Achtet dabei unbedingt darauf, die richtige Kondomgröße zu finden, auch wenn ihr dafür bei einer anderen Marke ein paar der begehrten Mikrometer wieder draufgebt. Bei Latex ist die Größe wichtig, bei Polyurethan entscheidet sie über alles.

Lohnt sich das Sagami 0.01? Pro und Contra

Was spricht für Sagami auf die Salami (entschuldigt, ich konnte nicht widerstehen)?

Pro

  • Gefühlsecht dank dünnem Material
  • Antiallergisch
  • Geruchsfrei
  • Hochwertige Verpackung

Contra

  • Potentiell zu intensiv
  • Größe wenig flexibel
  • Eher teuer

Wo ihr das Sagami 0.01 kaufen könnt – und was sonst infrage kommt

In der Drogerie oder bei Amazon sucht ihr das Sagami vergeblich. Das Original 0.01 und die L-Version bekommt ihr in Deutschland über die Shop Apotheke und die Kondomotheke, einen Online-Shop nur für Kondome; die aktuellen Angebote stehen unten im Artikel. Rechnet mit rund 5 Euro pro Stück, ein Preis, bei dem man kurz schluckt. Das Okamoto 0.02, der zweite japanische Klassiker aus Polyurethan, ist hierzulande sogar noch schwerer aufzutreiben.

Deutlich leichter kommt ihr an die europäische Schwester. Beim Ceylor Non Latex Ultra Thin steht Ceylor groß auf der Packung und Sagami im Kleingedruckten, und die Daten passen: Polyurethan, 58 Millimeter breit, 0,02 Millimeter dünn. Nach allem, was auf der Packung steht, ist es das Sagami 0.02 in L-Size unter anderem Namen, und wer das Sagami-Gefühl ohne lange Suche will, landet genau hier.

Bevor ihr euch durch die Alternativen klickt, noch zwei Gedanken. Verlasst euch nicht auf die Namen, denn was die eine Marke „extra dünn“ nennt, ist bei der anderen das normale Modell, so wie „Large“ bei der einen der Standard der anderen ist. Es zählt allein die Zahl auf der Packung, und darum steht sie in der Liste bei jedem Kondom dabei. Wenn ihr sonst Latex-Kondome benutzt und wissen wollt, was die Dicke wirklich ausmacht, nehmt am besten das dünnste Latex-Kondom, das ihr findet; dann vergleicht ihr nur die Dicke und nichts anderes. Polyurethan und Kunstharz fühlen sich dagegen deutlich anders an als Latex, und das liegt nicht nur an der Dicke, sondern am Material selbst. Ausprobieren lohnt sich trotzdem, gerade weil es so anders ist.

Der zweite Gedanke ist der wichtigere: Die Breite geht vor. Ein hauchdünnes Kondom, das zu eng sitzt, reißt schneller und schützt dann gar nicht mehr. Messt also zuerst eure Kondomgröße und sucht dann in eurer Breite das dünnste Modell. Die Liste ist deshalb nach Breite sortiert, von schmal bis breit.

Ein Sonderfall ist das EXS Pull. Laut Hersteller ist es mit 0,01 Millimetern sogar dünner als das Sagami, dafür mit 160 Millimetern etwas kürzer als üblich, und abgerollt wird es nicht, sondern an zwei Laschen heruntergezogen, nach demselben Prinzip wie das Wingman-Kondom. Das Origami-Kondom dagegen, das 2014 als Zukunft des Kondoms galt, ist inzwischen eingestellt.

Noch ein Wort zum Schutz, weil dünn so verletzlich klingt. Jedes Kondom, das ihr hier kaufen könnt, muss dieselben Prüfungen bestehen, egal ob 0,018 oder 0,07 Millimeter dick. Was den Schutz wirklich gefährdet, ist ein Kondom in der falschen Größe oder falsch angelegt. Darum gilt beim Sagami mehr als bei anderen: Kondomgröße messen und sauber abrollen; wie das geht, steht in meinem Post zur richtigen Kondom-Anwendung.

Und das lohnt sich, denn unter den gängigen Verhütungsmitteln ist das Kondom das einzige, das auch vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt, von Chlamydien bis HIV. Die Pille kann das nicht, die Spirale auch nicht. Wer das Kondom weglässt, weil es sich nicht gut anfühlt, hat vermutlich nur noch nicht das richtige gefunden.

Falls ihr das Sagami schon ausprobiert habt: Berichtet hier gerne von euren Erfahrungen, ich bin gespannt.